|
Wang Xiangzhai (1886-1963), auch bekannt als Nibao,
Zhenghe or Yuseng (Mönch des
Univesums) war einer der
besten Schüler von Guo Yunshen (Kuo Yun Shen), dem
berühmten Meister des Xingyiquan (Hsing-i ch'uan).
Seine Anhänger behaupten, dass nur Wang Xiangzhai alle
Geheimnisse von Guo Yunshehn's Zhan Zhuang Uebungen erlernt
hat.
Diese Übungen sind es, die später als die charakteristischen
Übungen des Yiquan bekannt wurden.
Im Jahre 1907 verliess Wang sein Zuhause. Er suchte Arbeit
und landete schliesslich beim Militär. Er fing als
Küchenbursche an, bis sein Talent beim Zweikampf auffiel. Er wurde schliesslich
zum Kampfkunst-Lehrer befördert
1913 besiegte er Li Ruidong, den Kampfkunst-Instruktor der Präsidenten-Garden.
Li Ruidong war der
Gründer des Lie- Stils des Tai Chi Chuan .
Im gleichen Jahr wurde Wang Chef des Departements der
unbewaffneten Landstreitkräfte. Er ernannte andere
berühmte Lehrer wie Shang Yunxiang (Gründer
des Shang Stiels des Xingyiquan) und die
Schüler von Li Luoneng
Liu Wenhua (Sohn von Liu Qilan,
und Guo Yunshen.
1915 besiegte Wang den Meister des Gottesanbeterinnen-Kung Fu,
Zhou Ziyan. Dieser wurde danach ein Schüler von Wang.
1918 wurde das Departement der unbewaffneten
Landstreitkräfte aufgrund der politischen Veränderungen
aufgelöst.
Wang ging in den Süden Chinas, um bei den grössten Meistern
der Kampfkünste zu lernen.
-
Zuerst ging er zum Shaolin Tempel, wo er Xinyiba
(ein System
das mit Xingyiquan verwandt ist) von eine Mönch
namens Henglin erlernte (auch bekannt als Changlin or
Xianglin).
Doshin So, der Gründer des Shorinji Kempo erlernte
seine Kunst vom gleichen Mönch.
- In Hubei lernte Wang von dem exzentrischen Meiste Jie
Tiefu.
-
In der Provinz Fujian wurde er wiederum als
Kampfkunst-Instruktor für die Provinzarmee einsetzt. Zu
dieser Zeit lernte er die Meister des Weissen Kranich-Kung Fu
Stiles, Fang Qiazhuang und Jin Shaofeng. kennen..
- Bei seiner Rückkehr in den Norden, traf er den
berühmten Xinyi-Meister Huang Muqiao. Von
ihm lernte er den 'Gesundheits-Tanz'.
- In Xian steiss er auf Meister Liu Piexian, der für seine
schnellen Kicks berühmt war. Er lernte auch Baguazhang
von Liu Fengchun und traf die Taijiquan Meister Yang
Shaohou and Yang Chengfu.
Das sind nur einige der Meister, von denen Wang lernte oder
die er zum Gedankenaustausch traf.
Um 1925, während er Xingyiquan lehrte, fiel Wang auf , dass
seine Schüler zuviel Aufmerksamkeit auf die äussere Form ,
die Techniken legten und sich zuwenig um den inneren Aspekt
kümmerten.
Er begann mehr Zhan Zhuang (Chi Kung, Yi Kung) und ähnliche
Methoden, die auch heute noch im Yiquan/Dachengquan gelehrt
werden, zu lehren. Die Formen gerieten immer mehr in den
Hintergrund. Er nannte den Stil nun Yiquan und strich das
Element Xing (Form) aus dem Namen. Von diesem Moment an begann
die Geschichte dieses neuen Stile.
-
Der erste Schüler von Yiquan in Beijing war Qi
Zhidu.
- In Tianjin stiess Zhao Enqing
(Zhao Daoxin), der bekannte
Preiskämpfer dazu. Dieser war Gründer der Xinhuizhang-Version, die sich sehr aufs Baguazhang abstützte.
-
Gu Xiaochi, Ma Qichang,
Deng Zhisong, Miao Chunyu, Zhang
Zonghui, Zhang Entong (er besiegte
in den 1950s den Schwergewichts-Ringer Meister Zhang
Kuiyuan, der danach Yiquan erlernte), Qiu
Zhihe, Zhao Fengyao, Zhao
Zuoyao.
Um 1930 schrieb Wang sein erstes Yiquan Buch "der
wahre Weg des Yiquan". Zu dieser Zeit unterschied sich
Wang's Yiquan schon sehr vom Xingyiquan. Wang
kritisiert in seinem Buch Ideen, die in Kreisen von Xingyiquan
Meistern populär waren. Aber viele Ideen in seinem Buch
gründeten immer noch auf traditionellen Xingyiquan
Konzepten. Auch diese wird er jedoch später aufgeben. Die
Lehren Wang's aus dieser Zeit werden als 'Natürliche Schule
des Xingyiquan' bezeichnet.
1935 zog Wang Xiangzhai, mit seinen
Schülern Bu Enfu, Zhang Entong,
Zhang Changxin und Han Xingqiao
in Wang's Heimatprovinz Shen. Dort
konzentrierten sie sich auf das Studium und das Training der
Kampfkünste. Die meisten heutigen Trainingsmethoden wurden in
dieser Zeit entwickelt.
1937 zog Wang nach Beijing. Dort
lehrte er Yiquan und verbesserte sein System.Yiquan war
unterdessen ein System, das sich komplett von Xingyiquan
unterschied. Daher schlugen Wang's Schüler zu besseren
Unterscheidung einen neuen Namen vor. Dieser war Dachengquan
(Boxen der grossen Fülle). Wang war gegen diesen Namen, weil
er suggerierte, dass es sich um ein perfektes System handle.
Wang aber meinte, dass es in der Kampfkunst keine Grenzen gebe
und daher auch kein perfektes System möglich ist. Trotzdem
setzte sich der neue Name für einige Zeit durch. Viele
Schüler gingen nach ein paar Jahren wieder zurück zum alten
Namen Yiquan.
Sein Buch 'Die Zentralachse im Weg der Faust' auch bekannt
als 'Theorie des Dachengquan' wurde zu dieser Zeit
geschrieben. Zum einen basierte es auf seinem ersten Buch 'der
wahre Weg des Yiquan', zum anderen verabschiedete sich Wang von
vielen traditionellen Ideen. Die Trainings Methoden fussten
auf einem anderen Konzept. Die neuen Methoden sollten
die Schüler befähigen, in kürzerer Zeit bessere Resultate zu
erreichen.
Ab Mitte der 40er Jahre legte Wang immer grösseren Wert
auf den Gesundheitsaspekt des Yiquan. Er lehrte nur noch eine
Gesundheitsgruppe. Die Kampfkunst wurde nur noch von seinen
Schülern weitergegeben.
Im Jahr 1963 stirbt Wang in Jianjin.
Das Training
Das Trainingssystem des Yiquan (Dachengquan)
besteht aus 7 Trainingsmethoden: zhan zhuang,
shi li, moca bu,
fa li, shi sheng,
tui shou and san shou
(shi zuo).
Zhan zhuang (zhan - stehen,
zhuang - Holzpfahl) ist eine statische Übung analog dem
stillen Chi Gung.
 |
|
 |
|
SHILI |
Shi li, sieht für einen
Zuschauer wie Tai Chi aus. Die Bewegungen sind aber viel
einfacher.
 |
|
 |
|
MOCA BU |
Moca bu ist eine
Laufübung. Es ist ähnlich wie Shi Li, aber die
Aufmerksamkeit ist in den Beinen.
 |
|
 |
|
FA LI |
Fa li ist eine Gruppenübung, die
hilft eine explosive Kraft zu entwickeln.
 |
|
SHI SHENG |
Shi sheng - ist Stimm-Training.
Schreien kann einen Gegner beeinflussen. Das ist allerdings
nicht der Hauptzweck des Shi Sheng. Es wird eine
spezielle Kraft erzeugt.
 |
|
 |
|
TUI SHOU |
Tiu Shou ist eine Partnerübung.
San
shou (shi
zuo) ist freier Kampf.
|