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Der Wu-Stil des Taijiquan geht auf den
Mandschuren Quan You (1834-1902) zurück. Quan You war ein
Schüler von Yang Luchang (1799-1872), dem Urvater des Yang-Stils, und wurde später
von dessen Sohn Yang Banhou unterrichtet. Quan Yous Sohn Wu Jainquan
(1870-1942) liebte die Kampfkunst seit seiner Jugend
und wurde von seinem Vater ausgebildet. Nach 1912 unterrichtete er bei der
Pekinger Forschungsgesellschaft für Leibeserziehung. Er vollendete die
Entwicklung des Stils, und seine beiden ersten Schüler waren seine Söhne
Wu Gongyi und Wu Gongzhao. Die neu eröffnete Taiji-Schule der Pekinger
Gesellschaft wurde durch das chinesische Bildungsministerium finanziert.
Lehrer von Sportinstituten aus allen Provinzen des Landes wurden für zwei
Jahre nach Beijing gesandt, um Taiji zu studieren. Nach der Graduierung
kehrten sie in ihre Provinzen zurück, um dort Taiji zu lehren und
weiterzustudieren. So wurde der Wu-Stil über ganz China verbreitet. Wu
Jianquan gründete 1935 in Shanghai den Jianquan-Taijiquan-Verband, in dem
er der Vorsitzende und sein Schwiegersohn Ma Yueliang der zweite Vorsitzende war. Zu dieser Zeit reiste Wu
Jianquan nach Hongkong und Kanton wie auch in viele andere Städte in Südchina.
Er starb 1942. Wu Gongyi begann schon im Alter von 19 Jahren auf Einladung
verschiedener Provinzen und Städte, dort Taiji zu unterrichten. 1924
wurde Wu Gongyi Chefausbilder der Kampfkünste an der Huangpu-Militär-Akademie
- zu dieser Zeit die berühmteste Militärakademie in China. Gleichzeitig
unterrichtete er auch an der Zhongshan-Universität. 1937 eröffnete Wu
Gongyi eine Taiji-Schule in Kanton und seine Nachfahren führten den
Wu-Stil in ganz Südostasien und später in Nordamerika ein. Wu Jianquans
älteste Tochter Wu Yinghua lernte von ihrer Jugend an bei
ihrem Vater und unterrichtete am Institut der Kampfkünste in Beijing.
Mitte der 20er Jahre ging sie auf Einladung der Firma Siemens nach
Shanghai und unterrichtete dort an verschiedenen Stellen. Zusammen mit
ihrem Mann Ma Yueliang verbreitete sie den Wu-Stil in China bis in die
90er Jahre. Sie bekam den Titel eines Ehrenmitgliedes des chinesischen
Kampfkunstverbandes und war in den Kampfkunstkreisen ganz Chinas sehr
bekannt und angesehen. |